Immer mehr Menschen setzen auf die Kraft der Sonne:
Allein in 1998 wurden in Deutschland 50.000 Solarwärmeanlagen installiert. Damit nutzen schon ber 200.000 Haushalte in Deutschland die umweltfreundliche Energie, die kostenlos vom Himmel strahlt. Solarwärmeanlagen werden üblicherweise zur Erwärmung des Brauchwassers genutzt.
Zu einer Solaranlage zur Brauchwassererwärmung gehören ein oder mehrere Solarkollektoren, ein Solarspeicher und eine Pumpengruppe. Hinzu kommen eine Regelung und eine Sicherheitseinrichtung. Bei Bedarf - etwa während einer Schlechtwetterperiode - kommt der ebenfalls angeschlossene Heizkessel zum Einsatz.

Der Solarkreis kommt in Schwung
Das Herz des Kollektors ist der Absorber, der die Sonnenstrahlung aufnimmt und in Wärme umwandelt. Er wird von einer Wärmeträgerflüssigkeit durchströmt - in der Regel handeslt es sich um ein Gemisch aus Wasser und umweltverträglichem Frostschutzmittel. Die Wärmeträgerflüssigkeit wird im Absorber erhitzt und dann in den Solarspeicher gepumpt. Dort gibt sie die Wärme über einen Wärmetauscher an das kalte Brauchwasser ab, um dann wieder zum Kollektor zu fließen. Der Solarspeicher kann das warme Brauchwasser mehrere Tage "aufbewahren", so dass auch ein paar Regentage überbrückt werden können. Oder es wird sofort zum Duschen, Baden, Geschirrspülen oder Putzen verwendet. Scheint die Sonne in den Übergangsmonaten und im Winter weniger, heizt der konventionelle Heizkessel das Brauchwasser zusätzlich auf. Doch auch dann werden die Sonnenstrahlen effizient genutzt, weil sie das kalte Wasser vorwärmen und der Heizkessel weniger Heizleistung aufbringen muss - ein Plus für die Umwelt und für den Geldbeutel.

Eine Solaranlage muss elektronisch geregelt werden, damit sie sich bei Sonneneinstrahlung einschaltet und Energie "erntet". Die Regelung misst ständig dieTemperatur im Kollektor und im Speicher. Ist die Temperatur im Kollektor höher, schaltet sich die Anlage ein, und die Pumpe transportiert das Warmwasser in den Speicher. Sinkt die Kollektortemperatur unter den Wert des Speichers, schaltet sich die Anlage wieder ab.
Die Größe der Solarwärmeanlage
Die Sonne scheint vor allem im Sommerhalbjahr, im Winter kann nur halb soviel Solarenergie "geerntet" werden.
Der Bedarf an Warmwasser ist dagegen übers Jahr fast konstant. Daraus ergibt sich: Je größer die Kollektorfläche ist, desto länger kann der Brauchwasserbedarf allein mit Solarenergie gedeckt werden. Gleichzeitig nimmt mit der Größe aber auch der Anteil der Solarenergie zu, die im Sommer nicht genutzt werden kann. Deshalb ist es ein guter Kompromiss, wenn die Solaranlage im Sommerhalbjahr den Wärmebedarf vollständig deckt. Im Sommer kann dann der konventionelle Heizkessel ausgeschaltet bleiben. Und das ist gut so, denn wenn er nur für die Wassererwärmung eingeschaltet wird, ist sein Betrieb besonders umweltbelastend. Bleibt der Kessel ausgeschaltet, verlängert sich seine Lebensdauer zusätzlich.
Daten und Fakten zur solaren Brauchwasseranlage
Wird das Brauchwasser im Sommerhalbjahr solar erwärmt, ergibt sich ein Anteil der Solarenergie von etwa 60 % am Gesamtenergiebedarf für die Warmwasserbereitung. Dabei wird von einem durchschnittlichen Bedarf von etwa 40 Liter Warmwasser mit 45°C pro Person und Tag ausgegangen. Man benötigt etwa 1,5 qm Flachkollektoren oder 1 bis 1,2 qm Vakuumröhrenkollektoren. Der Warmwasserspeicher sollte etwa 80 Liter pro Person groß sein, damit 2 bis 3 Schlechtwettertage im Sommer überbrückt werden können. Eine Familie mit 4 Personen benötigt also etwa 6 qm Flach- oder 4 bis 5 qm Vakuumröhrenkollektoren sowie einen 300-Liter-Solarspeicher. Liegt das Haus in einer Gegend mit geringerer Sonneneinstrahlung, oder ist es nicht optimal zur Sonne ausgerichtet, ergibt sich eine etwas größere Fläche. Alle Anbieter offerieren für den Standardfall Solarpakete, bei denen alle Komponenten aufeinander abgestimmt sind.
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